storch im schnee

wie schneeflocken sind die erinnerungen.
aus einem himmel voll bläue fallen sie und
fliegen unterm wolkendunst und fliehen im

senkrechten flug zu uns. im fenster sehe ich
das weiße gefieder. ich berühre dich am unterarm.
doch du starrst nur immerzu in die innenflächen

deiner hände. der ehering ist eingewachsen
in die haut und deine fingerkuppen zittern.
ich streiche dir übers handgelenk und du blickst auf:

unter deinen lidern schwellen tränensäcke an.
in den augen führen adern wie rote flüsse
zu den pupillen. deine trüb gewordenen pupillen,

leergeblickt.
ich schlage die augen nieder.
in deiner haut sehe ich ein weißes gefieder,

da du mich fragst, wer ich sei.